In der Weihnachtswoche beschenken wir euch mit einem Mail, das auf Anregung einer aufmerksamen Leserin entstanden ist. Diese hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass der Coop jeden einzelnen Beutel seines Biotees in kleine Plastiksäcke abpackt, was ihr nicht besonders ökologisch erschien. Auch uns war schleierhaft, weshalb Coop diese Verpackung gewählt hat. Erst recht, da beispielsweise die Migros ihre Bioteebeutel in vergleichsweise ökologischen Papiersäcken versteckt. Das ganze roch verdächtig nach einem Fall für LAMM. Und so haben wir auch flink ein Mail verfasst und Coop eine nette Frage gestellt:
Lieber Coop
Ich kaufe sehr gerne in ihren Warenhäuser ein, da ich vor allem das immer grösser werdende Angebot an Bio-Artikel sehr schätze.
Vor kurzem habe ich für ein Kinderlager gekocht. Wenn möglich, verwende ich auch dort Biozeugs. Zum Beispiel ist der Bio-Tee ja wirklich nicht viel teurer als der normale. Also habe ich in grossen Mengen Bio-Tee gekauft, da ich 25 Kinder eine Woche lang mit Tee versorgen musste. Dabei ist mir aufgefallen, dass diese ja nochmals einzeln in Plastik verpackt sind. Das ist zum einen sehr mühsam, wenn man jeden Tag x Liter Tee herstellt. Zum anderen ist es für mich nicht ganz mit dem Öko-Gedanken von biologisch produzierten Produkten zu vereinbaren. Der normale Tee ist ja auch nur einfach in einer Kartonschachtel.
Würde das bei Bio-Tee nicht auch genügen? Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist bei der Migros der Bio-Tee nicht noch zusätzlich einzeln in Plastik eingepackt.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sie meine Frage beantworten könnten.
Vielen Dank und Grüsse
Coop nahm sich viel Zeit. Erst nachdem wir uns nochmals in Erinnerung gerufen hatten, bequemte sich der Detailhandelsriese zu einer Antwort:
Sehr geehrte Dame
Vielen Dank für Ihre Mitteilung und dafür, dass Sie uns Gelegenheit zur Stellungnahme geben.
Kräuter- und Früchtetees haben eine festgelegte Mindesthaltbarkeit, an deren Ende der typische Geschmack noch deutlich erkennbar sein muss. Die in Kräutertees enthaltenen ätherischen Öle neigen leider dazu, sich nach und nach zu verflüchtigen. Gerade im Bio-Bereich, wo keine Aromen beigefügt werden dürfen. Die einfache Kartonverpackung schützt kaum vor diesem Effekt; deshalb werden die einzelnen Teebeutel in Schutzfolien verpackt. Somit können wir bis zum Mindesthaltbarkeits-Datum Schutz, intensivere Frische und Aromaschutz garantieren.
Unser Lieferant hat diesbezüglich Lagertests durchgeführt. Diese zeigen, dass bei Teebeuteln in Schutzfolien der Geschmack nach einiger Zeit der Lagerung deutlich besser ist als bei solchen ohne Schutzfolie. Zudem schützt die Schutzfolie vor dem Eindringen von Luftfeuchtigkeit und eventuellen Fremdgerüchen.
Diese aufgeführten Vorteile überwiegen unseres Erachtens den leichten ökologischen Nachteil der Beutelumhüllung. Dafür verwenden wir ausserdem eine extrem dünne Schutzfolie, die weniger als 0.05 Millimeter dick ist. Sie besteht überwiegend aus Polypropylen, das in dieser Dicke kompostierbar ist.
Coop bemüht sich schon seit Jahren um Verbesserung zugunsten der Umwelt. Schon 1973 wurde das Postulat „Umweltschutz“ in unseren Statuten verankert. Seither sind zahlreiche Massnahmen getroffen worden, die zu einer wesentlichen Verminderung der Umweltbelastung beitragen. Dies betrifft auf Verpackungen.
Wir versichern Ihnen, dass uns auch der Schutz der Umwelt ein Anliegen ist, und hoffen, Ihnen mit diesen Informationen gedient zu haben.
Freundliche Grüsse
Wunderbar. Die Plastiksäcke sind also kompostierbar. Doch ist dies auch allen Kunden bewusst? Und weshalb verwendet die Migros dann Papiersäcke? Mysteriös. Doch vielleicht kann uns da ja die Migros weiterhelfen. Das nächste Montagsmail wurde bereits verschickt…
von → Montagsmail, Verpackungen
McDonald’s hat sich kürzlich ein neues Logo geschenkt. Fortan leuchtet das gelbe „M“ auf grünem und nicht mehr auf rotem Hintergrund. Der Fastfoodriese will damit verdeutlichen, wie hoch er ökologische Nachhaltigkeit gewichtet. Diese Marketingaktion haben wir zum Anlass genommen, dem gelben M eine Frage zu stellen. Schon lange wunderten wir uns nämlich, wieso einige Burger in Karton und andere in Papier eingepackt sind? Welche Verpackung mag ökologischer sein? Und dabei setzt der Konkurrent Burgerking doch hauptsächlich auf Papierverpackungen?
Sehr geehrte Damen und Herren
Als ich kürzlich in einem Ihrer Restaurants war ist mir aufgefallen, dass Sie Pommes Frites, Apfeltaschen oder auch einige Hamburger in Kartonschachteln verpacken. In anderen Fastfood Restauranten wie z.B. Burger King werden alle Produkte nur noch mit Papier verpackt, genau so wie Sie es mit Cheeseburgern machen. Ich habe darauf den Umweltteil Ihrer Website gelesen und gesehen, dass Sie Ihre Küchenabfälle fast komplett recyclen und auch sonst Ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt wahrnehmen.
Mir persönlich scheinen Papierverpackungen ökologischer als Kartonverpackungen und ich frage mich nun wieso Sie nur einige Produkte mit Papier verpacken und dies nicht mit allen Produkten so machen. Falls ich mich täuschen sollte und die Kartonverpackungen tatsächlich ökologischer sind als die Papierverpackungen wäre ich froh wenn Sie mich darüber aufklären würden.
Mit freundlichen Grüssen
McDonald’s hat auf dieses ausführliche Mail ebenso ausführlich geantwortet:
Sehr geehrter Herr
Wir danken für Ihre Anfrage vom 19. Oktober 2009 sowie Ihr Interesse an McDonald’s Schweiz. Gerne gehen wir wie folgt auf Ihre Bemerkungen ein:
Unsere Serviceverpackungen dienen dem Zweck der Hygiene und der Warmhaltung unserer Speisen, damit diese in möglichst bester Qualität vom Gast genossen werden können. Die Verpackungen sollen dabei so wenig wie möglich die Umwelt belasten. Unser Ziel ist, möglichst viel auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen. Dabei sind Papier und Karton optimale und bewährte Materialien aus dem erneuerbaren Rohstoff Holz. Grundsätzlich besteht hier kaum ein Unterschied betreffend der Umweltbelastung pro kg Papier oder Karton. Es kommt also auf die eingesetzte Materialmenge an.
Zusätzlich zu unserem Bestreben möglichst viel auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen, versuchen wir aber auch, möglichst hohe Rezyklatanteile zu verwenden, da diese umweltmässig noch vorteilhafter sind. Aufgrund der Lebensmittelgesetzgebeung dürfen diese Anteile aber nicht direkt mit den Speisen in Berührung kommen. Deshalb werden solche Recyclingfaser-Anteile als Zwischenlagen verwendet, was bei Karton wiederum einfacher realisierbar ist. Die Entscheidung, ob wir mit Papier oder Karton eine Speise einpacken, hängt aber vorallem von der Speise selber ab. Ist das Produkt beispielsweise hoch wie ein Big Mac, kann mit Papier keine genügende Stabilität erreicht werden und das Sandwich würde mit einer Papierfolie eingepackt qualitativ leiden. Bei einem einfachen Hamburger geht das aber problemlos.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben zu dienen und grüssen Sie freundlich.
Zugegeben, das Thema ist äusserst komplex. Doch die Argumente von McDonald’s scheinen sich da ein wenig zu widersprechen. Zwar mögen Papier und Karton pro Kilogramm ähnlich umweltfreundlich sein. Doch wenn ich hunderte Burger in Karton verpacke, wiegen diese hundert Burger mehr, als wenn ich sie alle in Papier eingewickelt hätte. Falls es also tatsächlich auf die eingesetzte Materialmenge ankommt, spielt es ja dann doch eine Rolle, ob ich Karton oder Papier verwende. Das alles erschien uns so verwirrend, dass wir uns gleich nochmals an McDonald’s wandten.
Sehr geehrte Dame
Herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Auskünfte. Entschuldigen Sie meine Neugier, aber es brennen mir noch zwei weitere Fragen auf der Zunge. Sie haben geschrieben, dass es keine Rolle spielt, ob man ein Kilogramm Papier oder ein Kilogramm Karton recyclen muss. Wird bei einer Kartonverpackung nicht mengen- und gewichtmässig mehr Material benötigt als bei einer Papierverpackung? Somit würde es doch trotzdem eine Rolle spielen, ob man Papier- oder Kartonverpackungen verwendet.
Des weiteren habe Ihre Erklärung betreffend Rezyklatanteile noch nicht ganz verstanden. Es leuchtet ein, dass diese Anteile nicht direkt mt den Lebensmitteln in Kontakt kommen dürfen. Dies bedeutet jedoch, dass auch bei einer Kartonverpackung eine „neue“ Papierschicht oder zumindest eine Beschichtung benötigt wird. So wird schlussendlich einfach mehr Abfall produziert, der zwar aus Rezyklatanteilen besteht, jedoch je nachdem nicht nötig wäre.
Ihre Begründung betreffend Stabilität kann ich nicht wirklich nachvollziehen, da genau die von Ihnen genannten Big Macs in den Kartonschachteln häufig auseinanderfallen. Auch andere, weniger hohe Sandwichs sind mir schon in den Kartonschachteln auseinandergefallen, was meines Erachtens ein weiterer Grund für eine Papierverpackung wäre.
Der einzige nachvollziehbare Grund eine Kartonverpackung zu wählen wäre für mich, wenn Karton tatsächlich ökologischer produziert oder auch transportiert werden könnte und dies gemessen an der Anzahl Verpackungen und nicht am Gewicht. Da diese Verpackungen alle im normalen Abfall landen kommt es bei der Entsorgung wohl nur auf das Gewicht an, bei welchem der Karton auch schlechter abschneidet.
Herzlichen Dank für Ihre Antwort bereits im Voraus
Der Herr McDonald’s nahm uns dieses lange Mail nicht so sehr übel und erbarmte sich einer Antwort:
Sehr geehrter Herr
Besten Dank für Ihre erneute Anfrage
Gerne gehen wir nochmals auf Ihre weiteren Fragen ein:
Bei einer Verpackung für warme Speisen steht die Funktion der Verpackung im Mittelpunkt; bei uns ist dies die Warmhaltung & Qualität des Produktes und die Transportierbarkeit. Diese Eigenschaften wollen wir mit möglichst geringem und ökologisch sinvollen Materialeinsatz erreichen. Wir wägen dann ab, ob Papier oder Karton für das jeweilige Produkt die insgesamt bessere Lösung ist. Auseinenanderfallen sollten die Sandwiches wirklich nicht, bitte wenden Sie sich bei einem solchen Fall an unser Restaurantpersonal. Der Grund für die Wahl von Karton bei vielen Sandwiches liegt eher im Verpacken als im Auspacken. Bei der Kartonverpackung haben wir insgesamt eine bessere Qualität für den Gast, was uns bei Premium-Produkten häufig diese Verpackung wählen lässt.
Wir wollen also qualitativ einwandfreie Produkte an den Gast verkaufen und dafür benötigen wir die geeigneten bestimmte Verpackungseigenschaften.
Diese Verpackungseigenschaften versuchen wir dann ökologisch möglichst sinnvoll zu realisieren. Bei einer Papierverpackung für einen Hamburger besipielsweise wird zwar weniger Material gebraucht, dieses Material muss aber wie gesagt aus Frischfasern bestehen. Bei Karton kann Recycliklat eingesetzt werden, was zwar mehr Material bedeutet, dies ist aber ökologischer. Wie gesagt ist auch hier wieder die Gesamtbetrachtung entscheidend.
Wir hoffen, Ihnen auch mit diesen zusätzlichen Angaben zu dienen und grüssen Sie freundlich.
Es scheint nun klar zu sein, dass die ökologischen Abwägungen eine untergeordnete Rolle spielen. Wenn McDonald’s entscheidet, wie er seine Premium-Produkte verpacken will, achtet er zuallererst darauf, dass die Verpackung ihre Funktion erfüllt. Erst dann kommen ökologische Kriterien ins Spiel. Zudem müsste man noch den Mischanteil von Rezyklat und „frischem“ Material in der Kartonverpackung ermitteln. Dann könnte man beurteilen, ob die Premium-Produkte von McDonald’s tatsächlich ökologisch sinnvoll verpackt werden. Jedoch leuchtet ein, dass McDonald’s seine BigMacs in säuberlicher Schichtung beim Kunden angekommen wissen will. Als erfahrener BigMac-Esser kann ich leider nicht behaupten, dass dies der Normalfall ist.
Ein womöglich entscheidender Punkt wurde in dieser gesamten Diskussion noch nicht behandelt. Die Frage nämlich, wie denn die Karton und Papierverpackungen tatsächlich zusammengesetzt sind. McDonald’s behauptet indirekt, Papier und Karton seien gleich umweltfreundlich, weil beide aus Holz bestünden. Aber jeder, der jemals einen Cheeseburger aus dem glitschigen Papier gewickelt hat, wird sich fragen: Fühlt sich so reines Holz an?
von → Montagsmail, Verpackungen
Ein kleines Wintermärchen aus dem fernen Basel: Sanft neigt sich das Jahr dem Ende zu. Die Tage werden immer kürzer, kälter und dunkler. Eine dick in Wintermantel und Scherpe verpackte Gestalt steuert langsam auf die Tramhaltestelle zu. Das Tram nähert sich, hält an, die Türen öffnen sich, der wartende Wintermantel steigt ein. Doch kaum hat er das Tram betreten, häutet sich dieses putzigen Tierchen und unter dem Wintermantel kommt ein banales Menschlein zum Vorschein, das leise vor sich hin flucht: „Verdammt, wieso ist es in diesem Scheisstram so scheissheiss?“ (Achtung Vulgärsprache! Nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet!) Das Menschlein ärgerte sich sehr, dass es in dem Tram so unglaublich heiss war. Es ärgerte sich gar so sehr, dass es beschloss den Basler Verkehrsbetrieben ein Mail zu schreiben und sie ganz nett zu fragen, wieso sich im Winter in Basel die Trams in fahrende Saunas verwandeln.
Liebe Basler Verkehrsbetriebe
Ich fahre seit Jahren fast täglich mit dem Tram und bin grundsätzlich sehr zufrieden mit Ihren Leistungen. Nur eine Sache stört mich. Im Winter sind Ihre Trams meist viel zu stark geheizt. Das Thema wurde schon häufig in meinem Kollegenkreis diskutiert und gibt mir zu denken. Ich frage mich, ob so eine Heizleistung überhaupt nötig ist? Einerseits empfinde ich es als störend, jeweils Jacke und Pullover abziehen zu müssen. Andererseits liegt mir die Umwelt am Herzen. Mit einer gemässigten Beheizung könnte man doch Energie einsparen und die Umwelt schonen?
Sind die Heiztemperaturen der Trams geregelt und planen sie die Temperatur vielleicht zu senken?
Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüsse
Die Basler Verkehrsbetriebe schrieben dem Menschlein:
Sehr geehrtes Menschlein
Wir danken Ihnen, dass Sie sich Zeit genommen und uns geschrieben haben, denn Fahrgastreaktionen geben uns wichtige Hinweise darauf, was unsere Kunden bewegt.
Wir bedauern sehr, dass Sie in einem zu stark beheizten Fahrzeug sitzen mussten und somit Ihre Fahrt nicht geniessen konnten. In der Tat nützen die besten Heizungen nichts, wenn diese nicht richtig eingestellt werden. Bei unseren älteren Fahrzeugen hat unser Fahrdienstpersonal die Weisung, beim Antritt des Fahrdienstes darauf zu achten, dass die Heizung bei kalter Witterung eingeschaltet wird. Bei den modernen Combinos ist dies nicht nötig, schaltet sich doch die Heizung und auch die Kühlung ab einer bestimmten Temperatur automatisch ein bzw. aus. Wir werden Ihre Angelegenheit an die zuständige Fachabteilung weiterleiten, sodass die Fahrdienstmitarbeiter wieder vermehrt darauf aufmerksam gemacht werden.
Wenn es Ihnen möglich ist teilen Sie unserem Fahrdienstpersonal mit, wenn Sie wieder einmal in einem zu stark beheizten Tram sitzen sollten. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler und ich bin sicher, dass unser Fahrdienstpersonal das Versäumnis gerne und sofort wiedergutmachen wird.
Wir wünschen Ihnen weiterhin gute Fahrt wie auch eine schöne Adventszeit!
Es grüsst Sie freundlich
Die BVB
Eine nette Antwort. Die BVB nehmen tatsächlich zur Frage Stellung und weichen uns nicht aus. Das war bei vielen anderen Mails, die wir geschrieben und auf unseren LAMM-Blog gestellt haben, bisher leider nicht der Fall.
von → Energieverbrauch, Montagsmail
Umweltbewusste Konsumenten ziehen biologische den konventionellen Nahrungsmitteln vor, weil biologische Produkte umweltfreundlicher produziert werden. Biologische Produkte sind aber nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch teurer und deshalb gerade für viele Studenten unerschwinglich. Die ETH Zürich hat diese Zusammenhänge erkannt. In der ETH-Mensa können Studenten über den Mittag ein Bio-Menü konsumieren und so zumindest eine Mahlzeit pro Tag umweltfreundlich gestalten. Die Mensa der Universität Zürich hingegen bietet kein Bio-Menü an. LAMM wollte wissen, weshalb UNI-Studenten kein Bio-Menü geniessen dürfen.
Guten Tag
Ich studiere an der ETH Zürich. Trotzdem gehe ich immer wieder gern in die Mensa der Universität Zürich zum Mittagessen, da mir sowohl die moderne Atmosphäre, wie auch das abwechslungsreiche Angebot sehr gefällt.
Dabei sind mir aber zwei Sachen aufgefallen. In der Mensa der Uni ZH gibt es im Gegensatz zur ETH-Mensa kein Bio-Menu und bei Fischmenus hat es nicht immer eine Herkunftsdeklaration. Aus welchen Gründen ist das so? Planen sie diesbezüglich eine Änderung? Ich persönlich würde mich über ein Bio-Menu freuen und es auch regelmässig kaufen.
Vielen dank für eine Antwort und freundliche Grüsse
Die Leitung der UNI-Mensa antwortete prompt:
Liebe Dame
Herzlichen Dank für Ihre Mail. Es freut uns dass Sie unsere Mensen im Uni Zentrum fürs Mittagessen besuchen.
Leider ist es uns aus technischen Gründen nicht möglich, ein Bio-Menu anzubieten. Es fehlen in unserer Produktions-Küche die nach CH-Bio-Richtlinien vorgeschrieben separaten Lager, Kühl-und Produktionsräume. Gerne weise ich darauf hin, dass wir viele Bio-Lebensmittel verarbeiten.
Beim Fischmenu ist eine Deklaration, nach Lebensmittelgesetzgebung, keine Pflicht. Nach ZFV-interner Vorgabe werden wir die Herkunft der Fische deklarieren.
Leider ist es immer schwieriger, die von uns gewünschte Menge an Fisch zu beschaffen. Sind wir doch darauf angewisen, eine grosse Zahl kalibrierter Einheiten, ca 1000 Port., an Frischfisch zubereiten zu können. Wir sind im ständigen Kontakt mit unserem Hauptlieferanten Bianchi AG um eine einwandfreie und unbedenkliche Qualität an Fisch zu erhalten. Jeder von uns verarbeitete Fisch ist nach MSC-Label zertifiziert, zudem ist unser Lieferant Mitglied der wwfSEAFOOD Groupe.
Seit Semesterstart bieten wir zusätzlich in der oberen Mensa B ein Vegi-Menu+ an. Ein vollwertiges und besonders eiweisshaltiges Vegi Menu.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüsse
Seperate Lager-, Kühl- und Produktionsräume würden also benötigt um ein Bio-Menü anbieten zu können. Hat den die ETH solche Lager- und Produktionsräume? Naja, fragen wir mal nach, haben wir uns gesagt:
Guten Tag
Ich habe eine Frage zum Bio-Menu der Mensa Polyterasse, welches ich sehr gerne bestelle.
Ein Bekannter hat mir erzählt, dass die Produktionsbestimmungen für Gastrobetriebe von der Bio-Suisse ziemlich streng sind. Z.B. braucht es separate Produktions- und Lagerräume. Dies stelle ich mir bei einem so grossen Betrieb wie der Poly-Mensa nicht ganz einfach vor. Deswegen habe ich zwei Fragen:
1) Ist ihr Bio-Menu ein zertifiziertes „Knospen-Menu“?
2) Falls ja: Ist es nicht extrem aufwändig die Bestimmungen der Bio-Suisse einzuhalten in ihrem Betrieb?
Vielen Dank für ihre Antwort und freundliche Grüss
Und die ETH-Mensa klärte uns auf:
Guten Tag
Besten Dank für Ihr Feedback.
Es freut uns sehr, dass Ihnen unser Bio-Menu mundet.
Zu Ihren Fragen.
Wir produzieren kein zertifiziertes Bio-Knospen-Menu.
Wir produzieren ein Menu mit Bio-Hauptkomponenten. Das heisst, nur die Bio-Komponenten müssen wir als solche deklarieren und auf den Menuplänen anschreiben.
Als Beispiel: Alpler Makkaroni mit Bio-Makkaroni und Bio-Rahm.
Bei der Produktion achten wir darauf, dass die Bio-Produkte nicht mit den normalen Produkten vermischt werden. Aus diesem Grund wird das Bio-Menu auch von einem Koch zubereitet und wir trennen die Bio-Produkte strickte von allen anderen Produkten.
Auch die Anzahl der verkauften Bio-Menus wir festgehalten, damit garantiert werden kann das nicht mehr Bio-Menus verkauft wurden als das benötigte Rohstoffe eingekauft werden.
Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass wir das Bio-Menu an manchen Tagen schon relativ früh aussagen müssen.Wir hoffe das wir Ihnen mit unseren Ausführungen weitergeholfen haben und wünschen Ihnen weiterhin „en Guete“ in unserer Mensa.
Herzliche Grüsse
So könnte die UNI-Mensa doch eigentlich auch deklarieren und zubereiten. Die Bestimmungen von BioSuisse stellen sicherlich gerade für ein Grossküche wie die UNI-Mensa eine grosse Herausforderung dar. Doch wenn die ETH das schafft, sollte es für die UNI doch auch machbar sein. Oder sind wir da ein wenig kleinlich?
von → Essen
In den letzten Monaten hat das Fach Wirtschaftsethik einige mediale Aufmerksamkeit erhalten. Nachdem Ulrich Thielemann, Wirtschaftsethikprofessor an der HSG, das Schweizer Steuersystem kritisiert hatte, wurde er nicht nur vom Rektor gerügt, es wurde auch gleich das Fach an sich grundsätzlich in Frage gestellt. Ex-Bundesrat Christoph Blocher bewarb sich gar für den Lehrstuhl für Wirtschaftsethik in St.Gallen, erwähnte aber nebenbei, dass er das Fach selbst eigentlich überflüssig finde. LAMM findet, dass gerade in der Ökonomie, die ja per Definition dem Menschen dienen sollte, Ethik und Moral eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Auch die Universität scheint dem in ihrem Leitbild Rechnung zu tragen. Durchkämmt man aber das Vorlesungsverzeichnis der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät nach einer Vorlesung in Wirtschaftsethik, stellt man fest: Es gibt keine. Am nächsten kommt dem Ganzen noch ein freiwilliges WAHLModul in „Ökonomischer Ethik“ (etwas ungeschickter Titel finden wir, naja). Wir wandten uns an die Fakultätsleitung und fragten, wo an der Universität Zürich angehende Ökonomen Diskussionen um Moral und Ethike in der Wirtschaft führen müssen?
Guten Tag Herr Dekan
Vor kurzem habe ich mich mit einem befreundetem Wirtschaftsstudent der Uni Zürich unterhalten, da ich selbst in Erwägung ziehe ein Wirtschaftsstudium als Zweitstudium zu absolvieren. Im Laufe dieses Gesprächs wurde mir klar, dass keine der Pflichtvorlesungen das Thema Ethik im heutigen Wirtschaftssystem aufgreift. In den Pflichtvorlesungen werden zwar die Grenzen von ökonomischen Modellen erwähnt, aber nicht kritisch diskutiert.
Eine Vorlesung, welche die Studenten zur kritischen Betrachtung des heutigen Wirtschaftssystems auffordert, würde meiner Meinung nach ihren Betrachtungshorizont erweitern und ihr kritisches Denkvermögen schärfen – zwei wichtige Kompetenzen um als Wirtschaftsexperte den vielseitigen Herausforderungen und komplexen Zusammenhänge in der heutigen Welt entsprechen zu können.
Wäre es deshalb für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Zürich nicht erstrebenswert nach dem Vorbild der Universität St. Gallen einen Lehrstuhl für Ethik und Wirtschaft aufzubauen, welche dementsprechende Pflichtvorlesungen anbieten könnte?
Ich würde mich sehr freuen, wenn sie zu meiner Frage Stellung nehmen könnten.
Vielen Dank und freundliche Grüsse
Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät nahm Stellung:
Sehr geehrte Dame
Vielen Dank für Ihre Anfrage, auf die ich Ihnen gerne in Absprache mit dem Dekan antworte. Ethik und Corporate Social Responsibility sind sehr wichtige Tehmen, wenn man sich mit den Wirtschaftswissenschaften auseinandersetzt.
Unsere Fakultät vertritt die Ansicht, dass diese Fragen in allen Fächern der Wirtschaftswissenschaften kritisch reflektiert werden und als Querschnittsthemen ständiger Bestandteil der Lehre sein sollen.
Deshalb ist nicht geplant, an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einen Lehrstuhl in Wirtschaftsethik einzurichten. Da die Universität Zürich aber ein umfassendes Studienangebot hat, das auch Ethik-Kurse umfasst, hätten Sie die Möglichkeit, im Rahmen freier Wahlpunkte entsprechende vertiefende Veranstaltungen zu belegen.
Mit freundlichen Grüsse
So wie ich das verstehe, sollten die Professoren nach eigenem Gutdünken ethische Probleme ansprechen; ob sie dies tatsächlich tun, kümmert aber eigentlich niemanden so richtig. Denn: Es gäbe da jo noch, rein theoretisch, die Möglichkeit an einer anderen Fakultät freiwillig ein paar Kurse zu belegen. Wieviele Wirtschaftsstudenten pro Semester einen solchen Kurs besuchen, sollte eigentlich auch das nette Dekanat wissen. Wir werden nachfragen und bereiten uns auf bedrückende Zahlen vor… haben nachgefragt:
Sehr geehrtes Dekanat
Vielen Dank für Ihre aufschlussreiche Antwort. Zwei Fragen hätte ich trotzdem noch:
1) Ist es den rein organisatorisch möglich solche Ethik-Kurse zu belegen – sprich gibt es da keine Probleme mit zeitlichen Überschneidungen und lässt das Arbeitspensum eines Wirtschaftsstudiums eine zusätzliche Auseinandersetzung mit ethischen Themen im Rahmen solcher Kurse zu?
2) Von wie vielen Wirtschaftsstudenten wird das Angebot dieser Ethik-Kurse genutzt?
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese zwei weiteren Fragen beantworten könnten.
Mit freundlichen Grüssen
Glücklicherweise antwortete das Dekanat sehr prompt:
Sehr geehrte Dame
An unserer Fakultät werden lediglich die Pflichtveranstaltungen zeitlich so abgestimmt, dass sie sich nicht überschneiden. Die weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Wahlpflichtbereiche werden nicht aufeinander abgestimmt. Es ist Sache der Studierenden, sich aufgrund ihrer persönlichen Schwerpunkte Stundenplände zusammenzustellen. Dies gilt selbstverständlich auch, wenn die Veranstaltungen von anderen Fakultäten angeboten werden wie es die Ethik-Module wären.
Wenn Sie in einem Semester Module im Gesamtumfang von 30 ECTS-Punkten belegen, absolvieren Sie ein Vollzeitstudium. Ein ECTS-Punkt bedeutet 30 Arbeitsstunden für die Studierenden. Diese 30 Punkte setzen sich aus Heimarbeit und Präsenzunterricht zusammen.
Leider haben wir keine Auswertung zur Verfügung, welche darüber Auskunft gibt, wie viele Wirtschaftsstudierende Ethik-Kurse belegen.
Mit freundlichen Grüssen
Nun ja, viel mehr wissen wir jetzt auch nicht. So wie es zu erwarten war und vermutlich an allen Instituten und Fakultäten der Universität gehandhabt wird: Studenten schaut selbst. Nach meiner eigenen Erfahrung überschneiden sich des öfteren Pflichtmodule mit Wahlmodulen, weshalb ich es besonders wichtig fände, ein Ethikmodul (darf auch eines sein, das die Wirtschaftsfakultät selbst anbietet, aber bitte wirklich Wirtschaftsethik; nicht einfach nur Unternehmensethik) zum Pflichtmodul zu erklären.
Bei den U-17 Fussballjunioren sind wir Schweizer Weltmeister. Alle grossen Nationen haben wir besiegt. Selbst die Deutschen waren uns unterlegen. Auch beim Recyclen sollen wir Schweizer Weltmeister sein, behauptet der Verband Swiss Recycling. Doch der Weltmeistertitel im Recycling ist nicht so unumstritten wie die Trophäe unserer jungen Fussballer. Anders als bei den Fussballjunioren haben wir die Deutschen im Recyclen gar nicht besiegt. Sie leisten erbitterten Widerstand und beanspruchen den Titel des Recyclingweltmeisters gar für sich. Tatsächlich geben sowohl Schweizer als auch Deutsche Behörden die Sammelquote beim Altpapier mit gut 80% an. Um alleinigen Anspruch auf den Weltmeistertitel zu erheben, müssten wir unsere Sammelquote noch verbessern. Zum Beispiel an der Universität. Als Studenten haben wir uns schon oft gefragt, weshalb in unseren Vorlesungssälen neben gewöhnlichen Abfalleimern nicht noch zusätzlich ein Papiersammler vorhanden ist. So könnten wir unsere irrelevanten Notizen und Gratiszeitungen fachgerecht entsorgen, die Sammelquote von Papier erhöhen und die Schweiz dem nächsten Weltmeistertitel näher bringen.
Sehr geehrte Universität Zürich
Als Student im fünften Semester an der Universität Zürich bin ich seit Beginn meines Studiums sehr zufrieden mit dem Engagement des Betriebsdienstes die Universität in Stand zu halten. Ich finde es zusätzlich super, dass es überall an der Universität die Möglichkeit gibt PET-Flaschen separat zu entsorgen.
Letzthin ist mir jedoch aufgefallen, dass nach manchen Vorlesungen grosse Mengen Altpapier in den Abfalleimern der Vorlesungssäle zurückbleiben. Ich habe bemerkt, dass es in den Vorlesungssälen der Universität Zürich keine Möglichkeit gibt Papier vom restlichen Müll getrennt zu entsorgen.
Können Sie mir sagen warum das so ist und ob man gedenkt diesen unschönen Fakt in Zukunft zu beheben?
Herzliche Grüsse
Die Universität Zürich kennt das Problem:
Sehr geehrter Herr
Wir danken Ihnen für Ihr Mail und wir freuen uns , dass Sie mit den Leistungen des Betriebsdienstes zufrieden sind.
Nun zu Ihrem Anliegen:
Wir haben die grossen Hörsäle bereits mit Papiersammlern bestückt. Leider nutzen die Studierenden diese Möglichkeit zur umweltgerechten Entsorgung viel zu wenig. Es sind vornehmlich die Gratiszeitungen, die wir nach den Vorlesungen auf dem Boden, kreuz und quer finden. Das macht es unserem Personal natürlich nicht einfach.
Wir wissen allerdings auch, dass wir in den öffentlichen Bereichen der Universität, die Abfalltrennung noch weiter optimieren müssen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Auskunft vorerst gedient zu haben.
Freundliche Grüsse
Die Universität Zürich ist sich also ihrer Verantwortung bewusst und rüstet die Vorlesungssäle mit Papiersammlern aus. Nun müssten die Studenten diese auch tatsächlich benutzen. Doch in welchen Vorlesungssälen stehen überhaupt diese Papiersammler? Ich habe ehrlich gesagt noch keinen entdeckt. Falls irgendjemand bereits Erfahrungen mit den Papiersammlern gemacht hat, darf er hier gerne davon berichten.
von → Abfallentsorgung, Montagsmail
Schweizer mögen Bioprodukte. Dieses Jahr wurden mit Produkten, die den Kriterien von Bio Suisse ensprechen, beinahe 1.3 Milliarden Franken umgesetzt. Da Bioprodukte nachhaltiger produziert werden als vergleichbare konventionelle Produkte, mag auch LAMM Waren, die mit der Knospe geschmückt sind. Nur eines lässt uns aufmerksame und umweltbewusste Kunden zögern, wenn wir vor der Gemüseauslage stehen: Wieso bloss sind diese Biozucchini und Bioauberginen einzeln in Plastiksäcke abgepackt?
Liebe Migros
Eigentlich bezeichne ich mich als eine sehr zufriedene Kundin von Ihnen. Vor allem freut es mich, dass man in der Migros ein immer grösseres Angebot an Bioprodukten vorfindet, welche ich regelmässig kaufe. Die schmecken meiner Meinung nach einfach besser. Und man unterstützt dabei ja auch noch eine gute Sache.
Vor kurzem war ich aber mit einer Freundin einkaufen, welche nicht so vertraut ist mit der Biogemüseabteilung. Sie machte mich darauf aufmerksam, dass die Biozucchini und Bioauberginen ja stärker in Plastik verpackt sind, als die herkömmlichen. Dies konnte sie nicht recht mit dem Umweltschutzgedanken von Bioprodukten überein bringen. Leider konnte ich ihr die zusätzliche Verpackung auch nicht erklären, weshalb ich mich an Sie wende.
Aus welchem Grund ist das Biogemüse zum Teil einzeln in Plastik verpackt?
Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Frage beantworten könnten.
Vielen Dank und freundliche Grüsse
Die Migros nahm sich viel Zeit unsere Frage ausführlich zu beantworten. Da konnten wir es auch verkraften, dass wir zweimal mit dem Hinweis auf die Komplexität des Falles vertröstet wurden und erst im dritten Mail die gewünschte Antwort erhielten:
Sehr geehrte Dame
Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme.Die Migros verkauft bewusst sämtliche Früchte und Gemüse Bio-Produkte in abgepackter Form. Dies aus dem einfachen Grund, dass unsere Kundschaft so die Gewissheit hat, dass die mit ‚bio’ beschriftete Ware auch tatsächlich bio ist. Werden Bio-Produkte nicht abgepackt, besteht die Gefahr von Kontamination durch verschiedenste Faktoren Des Weiteren ist die Rückverfolgbarkeit der abgepackten Produkte lückenlos vorhanden.
Tendenziell werden Kleinpackungen bevorzugt. Winerseits wegen der Einzelhaushalte, andererseits weil der Offenverkauf im Biobereich nicht möglich ist.
Mit unserer Antwort möchten wir die Sachlage klären. Wir hoffen, dies gelingt uns.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte beziehen Sie sich in diesem Fall auf die Ticketnummer IN_616844.
Freundliche Grüsse
Und schon löst sich das Biorätsel um die nicht so biologischen Plastiksäcke in Luft auf. Oder etwa doch nicht? Die Regelung der Biosuisse schreibt nämlich vor, dass die umweltfreundlichsten Verpackungen gewählt werden sollten:
Verpackungsmaterialien
Allgemeine Anforderungen
5.9.1 Für die Verpackung sind die Systeme zu benutzen, welche die geringste Umweltbelastung verursachen. Wo es
sinnvoll ist, sind Mehrwegsysteme vorzusehen.
Verbotene Verpackungsmaterialien
5.9.2 Verbotene Materialien sind:
- PVC und andere chlorierte Kunststoffe
- Alu-Getränkedosen
- Aluminium-Kunststoff-Verbundfolien (Die MKV kann in begründeten Fällen Ausnahmen bewilligen)
(Auszug aus BioSuisse Richtlinien)
Plastiksäcke zählen hier sicher nicht dazu. Oder sind es etwa biologisch abbaubare Plastiksäcke? Whose nose knows?
von → Verpackungen
Diese Woche servieren wir euch eine Mailkonversation aus der Rubrik „Verarschung????“. Wie einige vielleicht wissen, oder auch nicht wissen, ist 2010 das offizielle Jahr der Biodiversität. Für alle die nicht wissen, was Biodiversität bedeutet: auf Biodiversität.ch und Wikipedia nachlesen! Wer sich jetzt informiert hat oder bereits zuvor gewusst hat, was das nette Wort bedeutet, sollte etwas begriffen haben: Biodiversität ist nicht nur für grüne Umweltfundis bedeutsam, sondern für die gesamte Menschheit. Die gesamte Menschheit? Nicht ganz. Ein einsames, nicht sonderlich beliebtes Unternehmen aus dem fernen Redmond leistet Widerstand. Der Softwarekonzern Microsoft hat es bis jetzt nicht für nötig befunden, das Wort Biodiversität seinem Textverarbeitungsprogramm Microsoft Word beizubringen. Blutrote Wellenlinien zeichnen Biodiversität in Word 2007 weiterhin als inkorrektes Wort aus. Wir wollten von Microsoft wissen: Wieso?
Guten Tag
Ich arbeite im Bereich der Umweltbildung. Dort entwerfe ich Unterrichtsmaterialien zu verschiedenen Umweltthemen. Hauptsächliche benutze ich dabei das Microsoft Office Word 07. Bei dieser Gelegenheit, möchte ich noch erwähnen, dass das Office 07 bzgl. Übersicht und Anwenderfreundlichkeit extrem zugelegt hat verglichen mit vorgehenden Versionen.
Da das Jahr 2010 offiziell von der Uno zum Jahr der Biodiversität (http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/umwelt/07151/07473/index.html?lang=de) erklärt wurde, arbeite ich momentan viel an Unterrichtsmaterialien zu diesem Thema. Die Biodiversität wird nächstes Jahr sicher das Umweltthema Nummer 1 sein. Ein Ziel der Biodiversitäts-Kampagne 2010 wird es sein, das noch nicht überall bekannte Wort „Biodiversität“ alltagstauglich zu machen, damit es im normalen Sprachgebrauch verwendet und auch verstanden wird. Dies würde die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich stark vereinfachen.
In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass das Wort Biodiversität im Word 07 nicht als korrektes deutsches Wort erkennt wird. Da heute viele Menschen mit Word arbeiten, hat die Erkennung des Wortes in diesem Programm einen starken Einfluss darauf, ob das Wort als korrekt oder nicht korrekt oder sogar als wichtig oder unwichtig wahrgenommen wird. Das nicht akzeptierte Wort „Biodiversität“ kann zu Verwirrungen führen, welche die Arbeit von Umweltbildner und Lehrer erschwert. Deshalb sehe ich hier einen wertvollen Beitrag, welcher Microsoft zur weltweiten Biodiversitäts-Kampagne der Uno leisten kann.
Ist es möglich, dass die Rechtschreiberegeln der Microsoftprodukte mit einem weltweiten Update angepasst werden, so dass das Wort „Biodiversität“ nicht mehr so unschön und verwirrend unterwellt wird?
Vielen Dank für ihre Antwort und freundliche Grüsse
Microsoft hat nach einer kurzen, automatisch generierten Roboterantwort tatsächlich geantwortet:
Sehr geehrte Frau X
vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Wir weisen darauf hin, dass die Entwicklung und Überarbeitung der durch unser Haus angebotenen Produkte komplett durch die Hauptniederlassung in Redmond/WA, USA, wahrgenommen wird.
Zur Entwicklungsabteilung bestehen zwei Portale zur Aufgabe allfälliger Verbesserungsvorschläge:
Zur Aufgabe von Verbesserungsvorschlägen an bestehenden Produkten und Technologien:
Zur Einbringung von konzeptionellen Verbesserungsvorschlägen und Kooperationen:
https://members.microsoft.com/omc/Welcome.aspx
Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung. Sie erreichen uns von Montag bis Freitag zwischen 08:00 und 18:00 Uhr unter der Rufnummer 0848 – 858 868.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.
Microsoft Schweiz ist also nur eine kleine Nummer in der grossen Microsoft Familie. Wir wandten uns, wie geheissen, an die Mutter in Redmond, übersetzten das ganze Mail auf Englisch und schickten es an die Adresse, die der nette Herr uns freundlicherweise genannt hatte: mswish@microsoft.com.
Gespannt warteten wir auf die Antwort.
Schon nach wenigen Sekunden klingelte es und in der Mailbox von Microsoft Outlook lag ein neues Mail:
An:XXXXXXXXXXXXX@hotmail.com
Betreff: Delivery Status Notification (Failure)
This is an automatically generated Delivery Status Notification.
Delivery to the following recipients failed.
Hm….??? Verbesserungsvorschläge und Rückmeldungen werden bei Microsoft offensichtlich sehr ernst genommen. So ernst, dass man nervige Kunden, gar mit falschen Emailadressen abzuwimmeln versucht. Oder versteh ich das falsch? Oder kennt man bei Microsoft Schweiz die Emailadressen vom Hauptsitz gar nicht?
von → IT und Gesellschaft, Montagsmail
Ein uns allen vertrautes Erlebnis: Nach einiger Überwindung hat man sich endlich entschliessen können, für viel Geld einen schnelleren Laptop, einen effizienteren Drucker oder eine elegantere Stereoanlage zu kaufen. Das Geld liegt auf der Ladentheke und in den Händen hält man eine glänzende, grosse Kartonschachtel. Zuhause angekommen reisst man ungeduldig das Klebeband vom Karton und öffnet die Schachtel. Doch oho: Wo ist denn nun das neue Wunderteil versteckt? Die Schachtel ist gefüllt mit Plastiksäckchen, CD-Hüllen, in weiteren Plastiksäckchen verpackte Hochglanzbroschüren, Styroporelementen und – wie bei einer russischen Matrjoschka-Puppe – einer nächsten Kartonschachtel, die auch noch geöffnet und von Styroporflocken befreit werden muss, bevor man einen ersten Blick auf die Neuerwerbung werfen kann.
Eine treue Leserin unseres LAMM-Blogs wollte von Hewlett-Packard wissen, ob diese Verpackungsüberraschung wirklich notwendig ist.
Sehr geehrte Damen und Herren
Ich benutze seit Ewigkeiten HP Produkte (v.a. Drucker, vor kurzem habe ich mir auch einen Laptop gekauft) und bin damit sehr zufrieden. Auf Ihrer Homepage habe ich gesehen, dass sie sich auch für Umweltanliegen stark machen. Deshalb habe ich zwei Fragen an Sie:
a.) Als ich meinen letzten Drucker ausgepackt habe, fielen Unmengen an Verpackungsmaterial an. Zudem war der ganze Drucker mit einer Folie beschichtet. Sind bei Ihnen auch Massnahmen zur Verpackungsminimierung geplant oder ist diese zwingend notwendig für den Produktionsablauf? Würde nicht auch HP finanziell davon profitieren? Zudem müsste der Kunde dann auch weniger entsorgen, was nicht nur meinen Aufwand sondern auch meine Kosten (Gebührensäcke) senken würde.b.) Früher erhielt ich zu jeder Druckerpatrone einen Sack, mit dem ich die Patrone gratis zurücksenden konnte zum Recycling. Heutzutage finde ich diesen Sack nicht mehr bei den Patronen. Weshalb haben Sie dieses System geändert? Gibt es Sammelstellen für die Patronen oder ist so etwas vorgesehen?
Ich freue mich auf ihre Antwort
Freundliche Grüsse
Hewlett-Packard antwortete prompt:
Sehr geehrte Frau Conrad,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Informationen zu HP Umweltstrategie und Programme finden Sie auf unserer Webseite „nachhaltiger Umweltschutz“. Diese ist entsprechend nach Themen gegliedert http://www.hp.com/de/umwelt.Speziell zum Thema Verpackung von HP Produkten finden Sie Informationen unter o.g. Internetlink weiter über den linken Navigationspunkt zu „Produktdesign“. Bei Verpackungen reduziert HP fortlaufend den Materialverbrauch, greift bei jeder Möglichkeit auf recycelte und recycelbare Materialien zurück und verringert Verpackungsgröße und -gewicht zur Optimierung der Treibstoffeffizienz während des Transports.
Informationen zu Rücknahme und Receycling von HP Zubehör finden Sie unter folgendem Internetlink: http://www.hp.com/de/recycle. Hier muss noch die Produktkategorie ausgewählt werden. Über ein Online Formular kann eine Rücknahme bzw. ein Retourenetikett angefordert werden.
Ich hoffe, Ihre Anfrage hiermit beantwortet zu haben.Mit freundlichen Grüssen
Ein weiteres Mail, das zwar gewissenhaft und einleuchtend daherkommt, direkte Antworten auf die brennenden Fragen aber elegant umgeht.
von → Montagsmail, Verpackungen
Vor ein paar Wochen haben wir bei der SBB nachgefragt, wie der sich in den Zügen ansammelnde Abfall getrennt wird. Hier nochmals der Briefwechsel von damals:
Beitrag vor zwei Wochen:
Jahr für Jahr nehmen die Passagierzahlen der SBB zu. Zugleich wächst auch die Menge an Abfall, die in den Zugwagons von den Reisenden entsorgt wird. Während Kehrricht in der ganzen Schweiz inzwischen getrennt entsorgt wird, stopft der SBB-Kunde PET-Flaschen, Aludosen und Kartonverpackungen in ein und denselben Abfalleimer. Plant die SBB diese unschöne Situation zu bereinigen? Wir haben nachgefragt.
Liebe SBB
Wenn ich nicht mit dem Velo unterwegs bin, dann im Zug. Ich habe schon seit Jahren ein Halbtax und bin grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Service der SBB
Nun habe ich aber eine Frage: Vor kurzem habe ich eine PET-Flasche in die kleinen Kübeli im Zug bei den Sitzen gequetscht. Woraufhin mein Mitfahrer meinte, es wäre doch besser, wenn ich diese in die PET-Sammelstelle werfen würde. Ich nahm eigentlich an, dass die SBB den Müll aus den kleinen Kübeli sortiert, also Alu, PET, Papier und Glass vom restlichen Müll trennt. Diese Meinung teilte mein Mitfahrer nicht, weshalb ich nun bei Ihnen nachfrage.
Trennt die SBB den Abfall aus den Zügen? Falls nicht: planen Sie ihrer Kundschaft eine Möglichkeit zur Verfügung zu stellen den Müll getrennt zu entsorgen. So wie man das in einigen Zügen der Deutschen Bahn kann? Dort hat es am Anfang und am Ende jedes Wagens Sammelcontainer für die verschiedenen Abfallarten.
Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüss
Die SBB antwortet:
Guten Abend
Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort infolge Ferienabwesenheiten.
Es freut uns, dass Sie mit unserem Service zufrieden sind und vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir gerne wie folgt beantworten:In Zügen liegen gelassene Zeitungen sammelt die SBB ein und führt sie dem Recycling zu. Weiter gibt es im Regionalverkehr sowie in allen neuen Flirt-Kompositionen und Doppelstockwagen der S-Bahn Zürich Zeitungsammelbehälter. Damit können Sie zur Sauberkeit im Zug und zur umweltgerechten Entsorgung beitragen.
Abfälle, die Kunden zurücklassen, werden nach Möglichkeiten sortiert. Im Hauptbahnhof Zürich betreibt die SBB beispielsweise eine eigene Sortierstelle. Die Sortierung von Abfällen ist indes sehr aufwändig und teuer, so dass die SBB nicht sämtliche Abfälle sortieren kann, speziell in kleineren Bahnhöfen. Ein Teil der Wertstoffe landet deshalb in der Kehrichtverbrennung.
In allen RailCity-Bahnhöfen und den Bahnhöfen in grösseren Städten stellt die SBB insgesamt 200 PET-Sammelstellen bereit. Zusätzlich verfügen viele Läden, Kiosks und Verpflegungsbetriebe in den Bahnhöfen über eigene PET-Sammelbehälter, welche Bahnkunden ebenfalls benutzen können. Einzig an kleineren Haltestellen verzichtet die SBB aus wirtschaftlichen Gründen auf ein PET-Recycling.
Wir hoffen Ihnen mit diesen Angaben weitergeholfen zu haben und freuen uns, wenn Sie weiterhin zufrieden mit uns reisen.
Freundliche Grüsse
Schweizerische Bundesbahnen SBB
BahnUmwelt-Center
Da die SBB uns so nett und auführlich geantwortet hat, dachten wir uns, dass eine weitere Frage wohl niemanden schmerzen würde.
Guten Tag,
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Es freut mich sehr zu lesen, dass die SBB den Abfall aus den Zügen trennt. Vor allem bezüglich PET scheinen Sie ein gutes System zu haben. Dies ist mir nie wirklich bewusst aufgefallen. Ich werde mich nun aber in Zukunft besser auf diese PET-Sammelstellen an den Bahnhöfen achten.
Gibt es den auch Sammelstellen für Aludosen? Oder ist es besser, wenn ich die Red-Bull-Büchse im Zug stehen lasse, damit sie die SBB umweltgerecht entsorgen kann?
Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüsse
Nun ja, nichts brisantes.
Guten Tag,
Zu Ihrer Frage betr. Aludosen: in den Zügen wie auch an den Bahnhöfen sind für Alu keine Sammelbehälter vorgesehen.
Mit freundlichem Gruss
SBB
Vielleicht doch ein wenig genervt. Oder war die zweite Frage unangebracht? Was meint ihr zu diesem Briefwechsel? Waren wir zu frech, zu aufdringlich, zu pedantisch? Eure Meinung würde uns sehr interessieren.
von → Abfallentsorgung, Montagsmail